Mobile Jugendarbeit im System der deutschen Jugendhilfe

In der Bundesrepublik Deutschland entstand die Mobile Jugendarbeit Ende der 60er Jahre als eine praktische Kritik an den im Bereich der Jugendhilfe dominanten individualisierenden Hilfekonzepten. Diese Kritik muss auch heute noch aufrecht erhalten werden. Weiter stellt Mobile Jugendarbeit den Versuch einer Kompensation von Teilaspekten der Krise in der offenen Jugendarbeit dar. Offene Jugendarbeit erklärt sich vielfach nach wie vor für unzuständig und inkompetent, ausgegrenzten oder gefährdeten Jugendlichen gegenüber gerecht zu werden. Ausgrenzungen und Hausverbote bei Jugendlichen mit bestimmten Problemen werden so legitimiert. Hinzu kommen relativ starre, verregelte Raumkonzepte und ein Festhalten an der Komm-Struktur, die so den Zugang zu Straßenkindern und Straßenjugendlichen verhindern.
Fachlich hat der 1967 von der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart erstmals in der Bundesrepublik praktizierte Ansatz der Mobilen Jugendarbeit seine historischen und konzeptionellen Vorläufer und partiell auch Vorbilder vorwiegend in den USA.
Entscheidend für eine konzeptionelle und damit auch professionelle Fundierung von Street Work Ansätzen oder von Mobiler Jugendarbeit in der Bundesrepublik blieben die reichhaltigen und langjährigen Erfahrungen aus den USA. Dies gilt sowohl für den praktischen als auch wie für den wissenschaftlich-theoretischen Bereich, denn sowohl der Begriff als auch die Inhalte von Street Work stammen aus den USA.
In den 60er Jahren wurde Street Work erstmals in Europa rezipiert, fand jedoch im Gesamtangebot von Jugend- und Sozialarbeit nur eine relativ schwache Resonanz. Dies galt auch für die Bundesrepublik, wo das Street Work Konzept ziemlich unhistorisch, bruchstückhaft und nicht selten romantisierend aufgenommen wurde. Begriffliche Unschärfe, nicht selten unterlegt mit der Suggestion, dass es sich bei "Street Work" oder "Straßensozialarbeit" schon per se um eine fortschrittliche oder qualitativ "bessere" Sozialarbeit handele - als etwa innerhalb eines behördlich-institutionellen Settings praktiziert -, leistete sicherlich einen Beitrag zur relativ langen Bedeutungslosigkeit von Street Work und Mobiler Jugendarbeit im Gesamtangebot der Jugend- und Sozialarbeit in Deutschland.
Heute stellt Mobile Jugendarbeit im Rahmen des KJHG (§§ 11, 13, 29) ein erfolgreiches ambulantes Jugendhilfekonzept dar, das durch seine Lebensweltorientierung im Alltag von Kindern und Jugendlichen Freizeit- und Beratungsangebote bereitstellt bzw. miteinander verknüpft und damit gleichzeitig stationäre Unterbringung vermeiden hilft. Die Position Mobiler Jugendarbeit im System der Jugendhilfe wird mit den folgenden 4 Kernelementen etwas genauer beleuchtet:

Kernelemente Mobiler Jugendarbeit

(1) MJA als ein Bereich zwischen offener Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit ist eine offensive sozialpädagogische Handlungsstrategie. Sie versucht, primär für und zusammen mit gefährdeten Jugendlichen qualitative Alternativen zu selbst- und fremdzerstörerischem Verhalten zu entwickeln. Es geht also z. B. um alleingelassene, extremistisch orientierte, arbeitslose, suchtgefährdete, aggressive oder bereits delinquenzbelastete Jugendliche.

(2) Mobile Jugendarbeit ist subjektorientiert und geht von einem mit den Zielgruppen parteilichen und geschlechtsspezifischen Konzept aus und praktiziert Street Work, Einzelberatung, Gruppen- und Gemeinwesenarbeit. Dies bedeutet Arbeit im Lebensfeld der Jugendlichen, also in den meist cityzentrierten sozialen Brennpunkten der Städte ebenso wie in Stadtteilen, in Mittelstädten und in ländlichen Regionen, in der Gemeinde, in multikulturellen Kontexten, auf der Straße, in Jugendhäusern, auf Bahnhöfen und im Fußballstadion, in Clubs und Beratungszentren, in der Disco; meint Arbeit in der jugendlichen Straßengruppe (Clique, "Bande") und vor allem mit ihren informellen Führern; meint Arbeit mit den Bezugsgruppen der Jugendlichen, also mit Familie, Nachbarn/-Nachbarschaft, Bewohner, Schule, Betrieb, Polizei, Jugendamt, Gericht und Medienvertreter.

(3) MJA betont die Wahrnehmung von allgemeinen Bewohnerinteressen und die Veränderung von sozialökologischen Lebensbedingungen, so dass soziale Probleme stärker in ursächlichen Zusammenhängen angegangen werden. Bei diesem präventiven Aspekt spielt das Moment der gemeinde- bzw. stadtteilöffentlichen Behelligung, Mobilisierung und Beteiligung der Bewohner an Problemlösungsstrategien eine zentrale Rolle. Die Bildung von sozialem Kapital zum Wohle besonders von bedrohten und ausgegrenzten Kindern und Jugendlichen ist ein zentrales Ziel.
Durch den damit auch angestrebten Aufbau einer informellen Sozialkontrolle durch Bewohner sollen gleichzeitig immer weniger staatliche Sanktionspotentiale oder private Schutzdienste aktiviert werden müssen.
Sofern in der notwendigen Kooperation mit öffentlichen Kontrollinstanzen (z. B. Polizei, Jugendamt) von diesen rechtliche Eingriffe vorgenommen werden, versteht sich MJA als ein anwaltlicher Ansatz, d. h. er sollte stets von hoheitlichen Aufgaben frei bleiben, da die zentrale Grundlage der Arbeit das Vertrauen zwischen Jugendlichen und Pädagogen darstellt.

(4) MJA versucht, den Jugendlichen ein politisches Verständnis ihrer Lage zu vermitteln. Dem Konzept emanzipativer Lernschritte in der MJA (Specht 1979) folgend, soll der einzelne Jugendliche durch erlebnisorientierte Erfahrungen aus problembedingten Einschränkungen und Fesselungen (z. B. Isolation, Sucht, Strafe) durch einen zunehmend gelingenden Alltag und wachsendes Selbstbewusstsein herausgeführt werden, so dass für ihn die Voraussetzungen für ein selbstverantwortliches Handeln auch in politischer Hinsicht erfüllt werden.
Andere Bezeichnungen für diesen Jugendarbeitsansatz, die während der letzten Jahre aufgekommen sind, sind "zielgruppenorientierte", "aufsuchende" oder "akzeptierende" Jugendarbeit. Findet heute in Deutschland "Sozialarbeit auf der Straße" statt, dann handelt es sich zunächst lediglich um die Frage des Zugangs, der Kontaktaufnahmemöglichkeit in ganz bestimmten Zielgruppen (z. B. Straßenkinder, jugendliche Straßenbanden, Drogenabhängige, AIDS-Infizierte, Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis, Obdachlose, Treber, Arbeitslose, Stricher), an die man anders offensichtlich nicht herankommt. Neben der Kontaktaufnahme und Einzelberatung gelingt es hierbei häufig, wichtige Informationen über Hilfemöglichkeiten weiterzugeben. Dennoch bleibt die Realisierung von Beratung, Unterstützung oder gar Therapie vor Ort sehr begrenzt oder ist unmöglich. "Warme Gespräche" allein reichen meist nicht aus. Entscheidende Handlungen, die Bestandteil eines umfassenden Jugendarbeits-, Beratungs- oder Gemeinwesenarbeitskonzeptes darstellen, müssen daher folgen.

Gemeinwesenarbeit - Bildung von lokalen Netzwerken

Die Gemeinwesenarbeit hat in der Mobilen Jugendarbeit einen zentralen Stellenwert. In der Realisierung produktiver sozialer Netzwerke ist Mobile Jugendarbeit auf eine systematische Reduzierung ausgrenzender, stigmatisierender und kriminalisierender Kontakte hin angelegt. Hierzu ist eine über die Lebens- und Problemlage des Jugendlichen aufklärende und verständigungsorientierte Vermittlungsarbeit in seinem Lebensfeld, in seinem Milieu erforderlich (Sozialraumanalyse, Feldanalyse, Stadtteilanalyse). Diese setzt in der Familie, in der Nachbarschaft, in der Schule, in der Gemeinde, in der peer group oder am Arbeitsplatz an und versucht bewusst, in diesen Interaktionsfeldern gegenläufige, also Zuwendungs- und Solidarisierungsprozesse auszulösen.
Wo Vertreter offizieller Kontrollinstanzen - wie etwa Polizei, Gerichte, Gesundheits- oder Jugendamt - mit dem Jugendlichen interagieren und diese Kontakte für den Jugendlichen stigmatisierenden Charakter haben, ist in ähnlicher Weise Vermittlungsarbeit zu leisten und darauf hinzuwirken, dass sukzessive und nach Möglichkeit die Gründe dafür wegfallen, die eine stigmatisierende, amtliche Intervention auslösen. Die wirklich schmerzhaften Stigmatisierungen finden aber in den sozialen Systemen der Familie, der Nachbarschaft oder der peer group statt. Daher müssen dort ebenso gegenläufige Prozesse der Zuwendung, der Interessensbekundung ansetzen und davon ausgehen, dass Verständigungs- und Entstigmatisierungsprozesse nur selten allein auf der verbalen Ebene gelingen. Konkrete, am besten öffentlich wertgeschätzte Handlungen sollten ab einem bestimmten Zeitpunkt von der bisher eher ausgegrenzten Gruppe ausgehen. Insbesondere im Rahmen von Gemeinwesenarbeit ist es daher im Fortgang der Arbeit erforderlich, aus dem pädagogischen oder therapeutischen Schonraum immer mehr heraus- und in öffentlich erfahrbare Handlungskontexte einzutreten.

Im Rahmen einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit sollen vor allem Familien bzw. Bewohner auf die Lebenslage benachteiligter Kinder und Jugendlicher aufmerksam werden und gleichzeitig die Möglichkeit erhalten, sich für deren Belange einzusetzen. Dies kann sowohl durch eine ehrenamtliche Mitarbeit als Laienberater als auch durch lokal- und jugendpolitisches Engagement auf der Gemeinwesenebene geschehen.

Stadtteilfeste, öffentliche Diskussionen über Jugendprobleme im Wohnviertel, Elternarbeit, Mitarbeit in Bürgerinitiativen, z. B. zu den Themen: Spielplätze, Mieterschutz, Ausländer, Aussiedler und Asylanten im Gemeinwesen, Jugendräume, Verkehrsberuhigung, Fahrradwege, Lärmschutz u. a. sollen auf der Stadtteilebene dazu dienen, die Verantwortung aller Bewohner im Viertel im allgemeinen und der unmittelbaren Nachbarn von gefährdeten Kindern und Jugendlichen im besonderen anzusprechen und in ein Veränderungskonzept mit einzubeziehen.

In besonderer Weise gilt dies dort, wo Resignation, Ohnmachtserlebnisse, Kriminalitätsfurcht und Berührungsängste mit bestimmten Randgruppen sehr ausgeprägt sind. Eine bewusste, möglichst von dem Betroffenen und solidarischen Bewohnern getragene Dramatisierung durch Öffentlichkeitsarbeit ist hierbei nicht selten angebracht. Insbesondere dort, wo bereits repressive (polizeiliche) Maßnahmen als "Lösungen" gefordert oder in Ansätzen bereits praktiziert werden.

Der amerikanische Soziologe Short hatte u. a. als einen der größten Feinde von Jugendhilfemaßnahmen bei hoher Jugenddelinquenz das Desinteresse und die Apathie der Bewohner ihren eigenen Problemen gegenüber bezeichnet. Hiergegen anzukämpfen und durch intensive Öffentlichkeitsarbeit, die nicht nur geißelt und damit Schuldgefühle bei Stadtverwaltungen auslöst, sondern durch das Aufzeigen gangbarer Wege zur Lösung des Problems eine möglichst breite Unterstützung von Bewohnern erreicht, sei eine wichtige Aufgabe lebensweltorientierter Sozialarbeit (Thiersch). Bewohnermobilisierung bzw. -beteiligung ist also ein zentraler Ansatz bei der Bildung lokaler Netzwerke. Hierbei sollten jedoch zwei Ebenen unterschieden werden: Erstens die Ebene der Betroffenenbeteiligung (Jugendliche, Erwachsene aus dem Wohnviertel) und zweitens die Ebene einer lokalen Fachbasis, bei der sich primär jugendpolitisch Verantwortliche sowie öffentliche und freie Jugendhilfeträger in Stadtteilarbeitskreisen oder an „Runden Tischen“ versammeln. Selbstverständlich sind beide Ebenen miteinander zu vernetzen. Von außen installierte Sicherheitsbeiräte oder „Runde Tische zur Kriminalprävention“, bei denen Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern und Lehrer nicht mit am Tisch sitzen, haben nur geringe Erfolgsaussichten, da sie aufgesetzt sind und die sozialen Kräfte des Gemeinwesens nicht berücksichtigen.

Unterschiedliche Ansätze Mobiler Jugendarbeit

Gegenwärtig lassen sich in Deutschland zwei Typen von Mobiler Jugendarbeit unterscheiden:

(1) Ansätze, die sich an Grundsätzen von Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit orientieren (können) und lokalspezifisch stark mitgetragen und verwurzelt sind.

(2) Ansätze, die stadtteilübergreifende, regionale oder city-zentrierte Dimensionen und Bedeutungen besitzen.

Beim ersten Ansatz liegt der Schwerpunkt auf der Verhinderung oder Rückgängigmachung von Ausgrenzungs- und Stigmatisierungsprozessen aus einem noch einigermaßen intakten und mobilisierbaren Familien-, peer group-, Nachbarschafts- und Wohnviertelmilieu.
Der zweite Ansatz ist wesentlich facettenreicher, spezialisierter und soll durch die Benennung bestimmter Zielgruppen und problematischer Lebenslagen etwas näher gekennzeichnet werden:

- Straßenkinder, Ausreißerkinder aus Familien, Heimen, fremden Städten und Ländern;
- obdach- und arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene;
- drogenkonsumierende Jugendliche;
- city-zentrierte Street Gangs, Cliquen, Punks, Skinheads und andere sog. Hardliner sowie
- Fußballfans/Hooligans

Dass es bei der Aufzählung dieser Zielgruppen und Problemlagen in vielen, meist sehr komplex gelagerten Fällen zu Überschneidungen kommt, dürfte klar sein. Ebenso wird deutlich, dass der zweite Ansatz im Hinblick auf die größeren Entfernungen der tangierten geographischen Räume und Regionen - z. B. durch hohe Streifraummobilität mit häufig wechselnden Aufenthalts- und Aktionsorten der Jugendlichen - im eigentlichen Wortsinn meistens "mobiler" sein muss als eine stark wohnviertelbezogene Arbeit.
In der jugendpolitischen Durchsetzungsgeschichte einzelner Projekte Mobiler Jugendarbeit sind die Anlässe zum Aktivwerden einzelner Initiativen, lokaler Fachbasiskreise, Kirchengemeinden oder Behörden fast immer die gleichen: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (10- bis 25jährige beiderlei Geschlechts und immer auch unter Einschluss ausländischer Jugendlicher) werden durch ihr auffälliges oder abweichendes Verhalten entweder als "gefährdet" oder als "gefährlich" definiert.
Gewinnt der Zuwendungs- und Hilfegedanke lokalpolitisch die Oberhand und wird das Konzept der Mobilen Jugendarbeit als erfolgversprechend betrachtet, kommt es vielfach zu konkreten Projektrealisierungen.

Wo findet Mobile Jugendarbeit statt und wer sind die Träger?

23 Jahre nach dem ersten Projekt Mobiler Jugendarbeit in Stuttgart (1967) wurde im Juli 1990 in Ravensburg die Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit Baden-Württemberg gegründet. Der Landesarbeitsgemeinschaft waren zu diesem Zeitpunkt ca. 40 Einrichtungen bekannt, die Mobile Jugendarbeit praktizierten. Weitere sind zwischenzeitlich hinzugekommen ( im Jahre 2006 = 110). In 12 weiteren Bundesländern wie z.B. in Bayern, in Berlin, in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und in Sachsen, gibt es ebenfalls Zusammenschlüsse auf Landesebene, wenngleich unter teilweise unterschiedlichen Begriffen bzw. Begriffskombinationen (Street Work/Mobile Jugendarbeit, Straßensozialarbeit). Aus Mangel an systematischen Untersuchungen aus allen 16 Bundesländern über Formen und Projekttypen zur Mobilen Jugendarbeit und zu Street Work Ansätzen können derzeit keine verlässlichen Angaben über den tatsächlichen Umfang und die Verbreitung Mobiler Jugendarbeit in Deutschland gemacht werden. Mitglieder der 1997 gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork/Mobile Jugendarbeit schätzen ca. 1100 bis 1300 Projekte in ganz Deutschland.
Generell ist dazu anzumerken, dass Mobile Jugendarbeit in fast allen größeren und mittleren Städten vorkommt, wenn auch quantitativ und konzeptionell teilweise ganz unterschiedlich ausgestattet bzw. angelegt. Einzelne Projekte in ländlichen Regionen sind zwischenzeitlich ebenfalls entstanden.
Schon im Jahre 1986 hieß es in einer Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter und überörtlichen Erziehungsbehörden zur Mobilen Jugendarbeit: "In den letzten Jahren haben sich unter der Bezeichnung 'Mobile Jugendarbeit' unterschiedliche Projektformen gebildet, die sowohl die offene Jugendarbeit, die Straßensozialarbeit und die ambulante Jugendfürsorge als auch die Gemeinwesenarbeit berühren."

Bei der Frage nach den Trägern, die solche Projekte in Angriff nehmen und durchführen, ist festzustellen, dass sowohl freie (Kirchengemeinden, Vereine, Wohlfahrtsverbände) als auch öffentliche (Jugendämter, Gesundheitsämter, Kommunalverwaltungen) Träger auftreten. Dabei fällt auf, dass Projekte mit einer starken Verwurzelung im Stadtteil und unter hoher stadtteil- oder gemeindeöffentlicher Beteiligung von Bewohnern (Laienberatern, ehrenamtlichen Mitarbeitern) eher von freien als öffentlichen Trägern durchgeführt werden.
Weiter scheint der von diesen Trägern seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewährte notwendige Handlungsspielraum - etwa im Hinblick auf Arbeitszeiten oder Öffentlichkeitsarbeit - größer zu sein als für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei einer Behörde angestellt sind. Für die freien Träger ist es heutzutage aber von entscheidender Bedeutung, dass die Kommune, der öffentliche Jugendhilfeträger, das Jugendamt einen ideellen und materiellen Ermöglichungsrahmen für Mobile Jugendarbeit schafft.

Kurzbeschreibung Mobiler Jugendarbeit: englisch - russisch

Ausführliches Konzept Mobiler Jugendarbeit (englisch)

L i t e r a t u r

BAG der Landesjugendämter und überörtliche Erziehungsbehörden, Hildesheim 1986
Heitmeyer, W. 1987: Rechtsextremistische Orientierungen bei Jugendlichen. Weinheim und München.
Miller, W.B. 1957: The impact of a community Group Work Program on delinquent corner groups. In: Social Service Review, Vol. 31.
ders. 1958: Inter-Institutional Conflict as a Major Impediment to Delinquency Prevention. In: Human Organization, Vol. 17, nr. 3.
ders. 1968: Die Kultur der Unterschicht als Entstehungsmilieu für Bandendelinquenz. In: Sach/König, Kriminalsoziologie. Frankfurt.
Miltner, W. 1982: Street Work im Arbeiterviertel. Neuwied und Darmstadt.
New York City Youth Board 1960: Reaching the Fighting Gang. New York: New York City Youth Board.
Short, James F. 1963: in Thrasher, F.M. a.a.O.
Specht, W. 1969: Neue Aufgaben der Diakonie in einer Stadtrandsiedlung. In: Schatten und Licht Nr. 3. Evangelische Gesellschaft Stuttgart.
ders. 1979: Jugendkriminalität und Mobile Jugendarbeit. Neuwied.
ders. (Hrsg.) 1987: Die gefährliche Straße. Bielefeld.
ders. (Hrsg.) 1991: Strassenfieber. Stuttgart.
Steffan, W. (Hrsg.) 1989: Strassensozialarbeit. Weinheim.
Trasher, F.M. 1927: The Gang a study of 1313 gangs in Chicago. Chicago: The University of Chicago Press, abridged edit. 1963.
Wilfert, O. 1959: Jugend-"Gangs". Entstehung, Struktur und Behandlungsmöglichkeit der Komplizengemeinschaft Jugendlicher. Wien.
ders. 1962: Gefährdete Jugend. Die Sozialarbeit im Wandel der Sozialbeziehungen und Erlebnisinhalte der letzten Generation. Wien.